Antonia Peters
Antonia Peters, ein echtes Münchner Kindl, war - rein sprachlich betrachtet - schon während ihrer Kindheit das pure Gegenteil des als mundfaul geltenden Bayern. Weiß dieser beispielsweise den hochdeutschen Begriff „Verzeihen Sie bitte!“ mit einem knappen „öha“ abzukürzen, bevorzugte sie mindestens ganze Sätze. Dank der ihr angeborenen „Bappn“ war sie natürlich problemlos in der Lage, sich gegen die männliche Dominanz ihrer drei jüngeren Brüder durchsetzen. Bedingt durch einen Wohnortwechsel von München ins niederbayerische Abensberg, konnte sie sehr schnell feststellen, dass es auch beim Verzehr des dortigen weltberühmten Spargels durchaus von Vorteil sein kann, wenn der für Textabgabe und Speisenaufnahme zuständige Körperteil einer mittels unzähliger verbaler Auseinandersetzungen mit ihrer Geschwisterschar erworbenen Fitness ausgestattet ist. Um dieses menschliche, durch eine Vielzahl baierischer Ideome bezeichnete Organ - das Wort „Schnodern“ sei hier nur stellvertretend genannt - professionell zu nutzen, war ihr Drang auf die Bretter, die die Welt bedeuten, nur noch ein kleiner, aber folgerichtiger Schritt. Zu ihrem Erstaunen musste sie während ihrer Gesangs- und Schaupielausbildung erkennen, dass die Qualität des gesprochenen, bzw. gesungenen Wortes, insbesondere auf baierischsprachigen Bühnen in aller Regel reziprok proportional zur deren Menge steht. Von den ihr seinerzeit zur Reduzierung ihres Redeflusses angeratenen Schweigeübungen, die sie aus pragmatischen Gründen unter Wasser durchzuführen hatte, war sie derart fasziniert, dass sie diese bis zum heutigen Tage beibehalten hat. Insbesondere zur Urlaubszeit - vorzugsweise in Gewässern rund um ihre Lieblingsinsel Elba. Weitere interessante Infos zu Antonia gibt's unter: www.antonia-peters.de
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Karina Schiwietz
Die mit sage und schreibe einem dutzend Kindern gesegnete, allerdings in wilder Ehe mit einem Professor für tote Sprachen namens Traugott Nägler lebende Mutter in der wunderschönen Komödie „Das Haus in Montevideo“ von Curt Goetz konnte sie natürlich nur geben, weil sie ihr Sprachbild von heimatsprachlichen Einfärbungen konsequent freigehalten hat. Ein Umstand, der der im unterfränkischen Schweinfurt geborenen Schauspielerin bei Zwickxangl insofern zugute kommt, als ihr der Autor ihre Sprechtexte in nahezu lupenreinem Hochdeutsch quasi als neubaierische Komponente auf den Leib schreiben konnte. Was nicht heißt, dass sie der baierischen Sprache nicht mächtig wäre. Ganz im Gegenteil. Speziell dann, wenn baierisch gesungen wird. Lediglich Wörter wie Schweinsbrat'n oder Brathendl hat die überzeugte Tierliebhaberin generell aus ihrem Wortschatz verbannt. Nur ein einziges Wort der baierischen Speise- und Getränkekarte bildet da eine Ausnahme: der Bock. Er persönlich ist natürlich ebenfalls tabu – nicht jedoch das nach ihm benannte hochprozentige Getränk. Zumindest zur Fastenzeit. Weitere interessante Infos zu Karina gibt's unter: www.karinas.de
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Bernd Mühlbauer
Der rüstige Anfangs-Sechziger verdankt seine sonore Stimme der Tatsache, dass seine Eltern im Nachkriegs-München als Untermieter ihr Dasein fristen mussten. Da er als Kleinkind durch sein schier ununterbrochenes Gebrüll die Hauptmieter fast zur Kündigung des Untermietvertrags veranlasste, sah seine Mutter keinen anderen Ausweg, als ihn alleine im Keller des Hauses seinen Stimmübungen nachkommen zu lassen, bis er vor Müdigkeit einschlief. Mit dieser Art gestählten Stimmbändern betrat er schon seit seiner Kindheit mit und ohne Schlagzeug Bühnen für Musik und Sprechtheater.
Dank der durch unsere Regierung beschlossenen Erhöhung des Rentenalters scheinen noch mehrere Jahre
Bühnenpräsenz möglich.
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Wiggerl Schönberger
Er war sein Leben lang der Kleinkunst verbunden. Als bekannter Münchner Gastronom (Stadtschreiber, Radl-Steg, Iberl Bühne u.a.) hat er die Erlebnisgastronomie (fast) erfunden und trat im Rahmen derer des öfteren als Alleinunterhalter - mit und ohne Gitarre - auf. Nicht zuletzt zur systematischen Verkaufsförderung alkoholischer Getränke jedweder Art. („Herr Wirt - an Doppelt'n - i' glaab', mia werd schlecht!“) Als absolut „Spätberufener“ verschrieb er sich nach entsprechender Ausbildung als Schüler einer bekannten Münchner Schauspielschule der bairischsprachigen Bühne.
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